Vorlage: Ohne Angabe von Gründen

Mietvertrag ohne Angabe von Gründen kündigen: Was für Mieter gilt

Anders als Vermieter brauchen Mieter für die ordentliche Kündigung eines unbefristeten Mietvertrags keinen Grund. Es genügt ein schriftliches, unterschriebenes Schreiben, das rechtzeitig zugeht. Diese Seite erklärt, wo die Grenzen dieser Freiheit liegen und wie das Schreiben aussieht.

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Begründung

Nicht nötig

Der Kündigungsschutz mit berechtigtem Interesse bindet nur Vermieter (§ 573 BGB).

Kündigungsfrist

3 Monate

Zum Monatsende, Zugang spätestens am dritten Werktag (§ 573c BGB).

Ausnahme

Kündigungsverzicht

Ein wirksam vereinbarter Verzicht oder eine echte Befristung sperrt die ordentliche Kündigung vorübergehend.

Kündigung bei Ohne Angabe von Gründen

Was bei „Ohne Angabe von Gründen“ anders ist

Das Mietrecht schützt Mieter vor dem Verlust der Wohnung, nicht Vermieter vor dem Verlust des Mieters. Deshalb verlangt § 573 BGB nur vom Vermieter ein berechtigtes Interesse wie Eigenbedarf. Die Mieterkündigung ist grundsätzlich an keine Begründung gebunden — der Vermieter kann keine Erklärung verlangen, und ein genannter Grund ändert an der Wirksamkeit nichts.

Die Freiheit von der Begründung bedeutet nicht Freiheit von Formalien. Die Kündigung muss laut Gesetz schriftlich erfolgen, also auf Papier mit eigenhändiger Unterschrift aller Mieter (§ 568 BGB). E-Mail, Messenger oder ein eingescanntes Dokument genügen der Schriftform in der Regel nicht.

Zwei vertragliche Gestaltungen können die grundlose Kündigung zeitweise ausschließen: ein Kündigungsverzicht (auch Mindestlaufzeit genannt) und eine echte Befristung nach § 575 BGB. Ein formularmäßiger Kündigungsverzicht ist laut BGH höchstens für vier Jahre ab Vertragsschluss wirksam; ob eine konkrete Klausel hält, sollte fachkundig geprüft werden.

Wer keinen Grund nennt, kann trotzdem einen freiwilligen Hinweis einbauen — etwa den Wunsch nach einem früheren Auszug mit Nachmieter. Solche Hinweise gehören sprachlich getrennt von der eigentlichen Kündigungserklärung ins Schreiben, damit die Kündigung selbst unbedingt und eindeutig bleibt.

Das gehört ins Schreiben

  • Eindeutige Erklärung: „Hiermit kündige ich das Mietverhältnis“ — ohne Bedingungen oder Vorbehalte
  • Kündigungstermin als Datum, ergänzt um „hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt“
  • Keine Begründung nötig — wer einen Hinweis geben möchte, trennt ihn von der Kündigungserklärung
  • Eigenhändige Unterschrift aller im Vertrag genannten Mieter
  • Bitte um schriftliche Bestätigung des Vertragsendes und Vorschlag für die Übergabe

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Vertragsende

Donnerstag, 31. Dezember 2026

  • Letzter Zugangstag im September: Donnerstag, 3. September 2026
  • Nach dem 3. Werktag: Die Frist läuft erst ab Oktober — das kostet einen Monat.
  • 3 Monate zum Monatsende (§ 573c BGB).
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2Schritt 2

Kündigungsschreiben: Ohne Angabe von Gründen

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Gesetzliche Grundlagen

Was im Gesetz steht

Allgemeine Rechtskunde — die Paragrafen, auf denen Rechner und Vorlagen beruhen

§ 573 BGB

Berechtigtes Interesse — nur für die Kündigung durch den Vermieter erforderlich

§ 573c BGB

Kündigungsfrist von drei Monaten zum Monatsende

§ 568 BGB

Schriftform der Kündigung

§ 575 BGB

Echter Zeitmietvertrag ohne ordentliche Kündigung

Häufige Fragen

Fragen zur Kündigung bei Ohne Angabe von Gründen

Darf der Vermieter nach dem Grund für meine Kündigung fragen?

Fragen darf er, eine Antwort schuldet der Mieter grundsätzlich nicht. Die ordentliche Kündigung durch den Mieter ist laut Gesetz an kein berechtigtes Interesse gebunden. Der Grund hat keinen Einfluss auf Wirksamkeit oder Frist.

Kann ich ohne Grund kündigen, wenn im Vertrag eine Mindestlaufzeit steht?

Während eines wirksam vereinbarten Kündigungsverzichts ist die ordentliche Kündigung ausgeschlossen. Formularklauseln sind laut BGH nur bis zu vier Jahren ab Vertragsschluss zulässig; längere oder nur den Mieter bindende Klauseln werden in der Regel als unwirksam angesehen. Ob das im konkreten Vertrag der Fall ist, sollte fachkundig geklärt werden.

Gilt das auch für einen befristeten Mietvertrag?

Nein. Ein echter Zeitmietvertrag nach § 575 BGB kann von beiden Seiten grundsätzlich nicht ordentlich gekündigt werden — er endet mit Ablauf der Zeit. Fehlt der schriftlich mitgeteilte Befristungsgrund, gilt der Vertrag in der Regel als unbefristet und lässt sich mit drei Monaten Frist kündigen.

Wichtiger Hinweis

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Rechner und Vorlagen bilden die gesetzliche Regel ab; ob abweichende Vertragsklauseln, Befristungen oder Sonderrechte in Ihrem Fall greifen, klären Anwalt, Mieterverein oder sonst befugte Beratungsstellen.

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