Vorlage: Kündigungsverzicht

Mietvertrag mit Kündigungsverzicht kündigen: Grenzen der Klausel und Ausstiege

Ein Kündigungsverzicht schließt die ordentliche Kündigung für eine bestimmte Zeit aus — der Vertrag bleibt unbefristet, kann aber vorübergehend nicht gekündigt werden. Ob die Klausel hält, hängt von Dauer und Gestaltung ab: Formularmäßig sind laut BGH höchstens vier Jahre zulässig, und der Verzicht muss für beide Seiten gelten.

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Höchstdauer

4 Jahre

Formularmäßiger Kündigungsverzicht laut BGH nur bis vier Jahre ab Vertragsschluss wirksam.

Beidseitig

Pflicht

Ein Verzicht, der nur den Mieter bindet, ist als Formularklausel laut BGH unwirksam (§ 307 BGB).

Frühestes Ende

Verzichtsende

Die Kündigung kann vorher erklärt werden, wirkt aber frühestens zum Ende des Verzichts.

Kündigung bei Kündigungsverzicht

Was bei „Kündigungsverzicht“ anders ist

Der Kündigungsverzicht — im Vertrag oft als Mindestmietdauer oder Kündigungsausschluss bezeichnet — ist von der Befristung zu unterscheiden. Beim Zeitmietvertrag nach § 575 BGB endet der Vertrag automatisch; beim Verzicht läuft er unbefristet weiter und wird nur für einen Zeitraum unkündbar. Nach Ablauf gilt wieder die normale Frist von drei Monaten zum Monatsende (§ 573c BGB).

Für Formularverträge hat der BGH Grenzen gezogen: Ein beiderseitiger Verzicht ist bis zu vier Jahre ab Vertragsschluss zulässig — gerechnet bis zu dem Zeitpunkt, zu dem der Mieter erstmals kündigen kann, nicht bis zum Vertragsende. Eine längere Bindung benachteiligt den Mieter laut BGH unangemessen und ist nach § 307 BGB unwirksam. Ebenso unwirksam ist ein Formularverzicht, der nur den Mieter bindet, während der Vermieter frei kündigen darf.

Individuell ausgehandelte Vereinbarungen können über die Vierjahresgrenze hinausgehen. Individuell bedeutet: Der Mieter hatte tatsächlich Einfluss auf den Inhalt, nicht nur die Wahl zwischen Unterschrift und Verzicht auf die Wohnung. Handschriftliche Ergänzungen im Formular sind nicht automatisch Individualvereinbarungen. Ob eine Klausel individuell oder formularmäßig ist, sollte im Zweifel fachkundig beurteilt werden.

Während eines wirksamen Verzichts bleiben dem Mieter dieselben Wege wie beim Zeitmietvertrag: außerordentliche fristlose Kündigung aus wichtigem Grund, die gesetzlichen Sonderkündigungsrechte bei Mieterhöhung, Modernisierung oder Todesfall, ein Aufhebungsvertrag oder ein vom Vermieter akzeptierter Nachmieter. Der Verzicht erfasst nur die ordentliche Kündigung.

Die Kündigung muss nicht bis zum Ende des Verzichts warten. Nach der Rechtsprechung kann sie schon während der Verzichtszeit erklärt werden und wirkt dann zum frühesten zulässigen Termin — dem Ende des Verzichts, sofern die Dreimonatsfrist gewahrt ist. Wer diesen Weg wählt, nennt im Schreiben ausdrücklich das Verzichtsende als Kündigungstermin und ergänzt „hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt“.

Das gehört ins Schreiben

  • Bezug auf die Verzichtsklausel im Vertrag mit Angabe des vereinbarten Endes
  • Kündigungstermin: Ende des Kündigungsverzichts oder — wenn später — drei Monate nach dem Kündigungsmonat
  • Hilfsweise Kündigung zum nächstmöglichen Zeitpunkt
  • Bei Zweifeln an der Wirksamkeit: Kündigung zum regulären Termin mit dem Hinweis, dass die Klausel für unwirksam gehalten wird — nach fachkundiger Prüfung
  • Optional: Vorschlag eines Nachmieters oder Bitte um Aufhebungsvertrag für einen früheren Auszug
  • Unterschrift aller Mieter, nachweisbarer Zugang

1Schritt 1

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Kündigungsfrist-Rechner

Vertragsende

Donnerstag, 31. Dezember 2026

  • Letzter Zugangstag im September: Donnerstag, 3. September 2026
  • Nach dem 3. Werktag: Die Frist läuft erst ab Oktober — das kostet einen Monat.
  • 3 Monate zum Monatsende (§ 573c BGB).
Kündigungsschreiben mit diesem Termin erstellen
Der Rechner bietet für diesen Anlass das Feld „frühestes Vertragsende“: Tragen Sie dort das Ende des Kündigungsverzichts ein. Der Kündigungstermin ist dann das spätere von beiden Daten — Verzichtsende oder Ablauf der Dreimonatsfrist.

2Schritt 2

Kündigungsschreiben: Kündigungsverzicht

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  • Vorbefülltes Kündigungsschreiben als PDF
  • Auszugs-Checkliste und offene Fragen für die Beratung

Gesetzliche Grundlagen

Was im Gesetz steht

Allgemeine Rechtskunde — die Paragrafen, auf denen Rechner und Vorlagen beruhen

§ 573c BGB

Kündigungsfrist von drei Monaten — gilt nach Ablauf des Verzichts

§ 307 BGB

Inhaltskontrolle von Formularklauseln: unangemessene Benachteiligung

§ 575 BGB

Abgrenzung zum echten Zeitmietvertrag

Häufige Fragen

Fragen zur Kündigung bei Kündigungsverzicht

Ist ein Kündigungsverzicht von fünf Jahren wirksam?

In einem Formularmietvertrag nach der Rechtsprechung des BGH grundsätzlich nicht — die Obergrenze liegt bei vier Jahren ab Vertragsschluss. Ist die Klausel unwirksam, gilt die gesetzliche Frist von drei Monaten von Anfang an. Bei einer echten Individualvereinbarung kann die Beurteilung anders ausfallen; das sollte fachkundig geklärt werden.

Kann ich während des Kündigungsverzichts kündigen?

Die ordentliche Kündigung ist ausgeschlossen, solange der Verzicht wirksam läuft. Möglich bleiben außerordentliche Kündigung, Sonderkündigungsrechte, Aufhebungsvertrag und Nachmieter. Außerdem kann die Kündigung nach der Rechtsprechung bereits vor Ablauf erklärt werden, damit der Vertrag genau zum Verzichtsende endet.

Was ist der Unterschied zum befristeten Mietvertrag?

Der befristete Vertrag endet automatisch zum vereinbarten Datum und braucht einen schriftlichen Befristungsgrund (§ 575 BGB). Der Kündigungsverzicht lässt den Vertrag unbefristet weiterlaufen; nur die ordentliche Kündigung ist für eine Zeit gesperrt. Nach Ablauf muss also aktiv gekündigt werden, sonst läuft der Vertrag weiter.

Wichtiger Hinweis

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Rechner und Vorlagen bilden die gesetzliche Regel ab; ob abweichende Vertragsklauseln, Befristungen oder Sonderrechte in Ihrem Fall greifen, klären Anwalt, Mieterverein oder sonst befugte Beratungsstellen.

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